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Die Psychologie des Geldes bei Frauen: Warum Scham dein größter Feind ist – und wie du ihn besiegst

„Ich fühle mich einfach total überfordert. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Das ist alles so viel – ich glaube, ich kann einfach nicht mit Geld umgehen.“

Wenn du so etwas schon einmal gedacht hast, bist du nicht allein. In meinen 30 Jahren als Unternehmerin und Lehrerin für Rechnungswesen habe ich diesen Satz tausendfach gehört.

Oft kommt er von Frauen, die im Leben „ihre Frau stehen“, Kinder erziehen, Karrieren managen und ganze Haushalte organisieren. Doch sobald es um das Thema eigene Altersvorsorge oder Depots geht, sinkt die Stimme und die Scham übernimmt das Ruder.

Die wichtigste Botschaft vorab: Du bist nicht zu dumm für Finanzen. Du hast nur die Sprache noch nicht gelernt.

In diesem Artikel räumen wir mit den psychologischen Blockaden auf, die dich davon abhalten, dein Geld endlich selbst in die Hand zu nehmen.

Warum wir uns schämen (und warum das unbegründet ist)

Die meisten Frauen haben nie gelernt, wie Geld wirklich funktioniert. Weder in der Schule noch im Elternhaus wurde offen über Renditeentwicklung, ETFs oder Zinseszinseffekte gesprochen.

Wenn dann Finanzberater oder Versicherungsvertreter mit Begriffen wie „Garantiezins“ oder „diversifizierter Portfolio-Struktur“ um sich werfen, schaltet unser Gehirn auf Fluchtmodus. Wir fühlen uns klein, unwissend und – am schlimmsten – wir schämen uns dafür.

Meine Erfahrung aus 30 Jahren Unterricht:

Scham ist ein schlechter Berater. Sie sorgt dafür, dass wir erstarren und gar nichts tun. Als ehemalige Lehrerin weiß ich: Erst wenn du das Gefühl hast, dass du lernen darfst, ohne dich dumm zu fühlen, öffnet sich die Tür zum Wissen.

Der Aha-Moment: Es ist kein Hexenwerk

Wusstest du, dass die meisten Frauen in meinem Kurs schon nach der ersten Woche feststellen: „Das ist ja gar kein Hexenwerk!“?

Finanzen sind wie eine neue Sprache. Im Newsletter „Frauen Finanz Stories“ erzähle ich dir, wie du die ersten Vokabeln lernst.



Der „Endgegner“-Glaubenssatz: „Ich kann nicht mit Geld umgehen“

Dies ist der häufigste Satz, den ich höre. Aber lass uns das mal psychologisch untersuchen. Was meinst du eigentlich damit?

Meistens meinst du: „Ich verstehe die Produkte nicht, die man mir verkaufen will.“ Hier liegt der Denkfehler. Du musst keine Finanzprodukte „verstehen“, die darauf ausgelegt sind, dich zu verwirren. Du musst die Logik dahinter verstehen.

Mein Credo an der Frauenfinanzschule: Finanzwissen ist wie lesen lernen.

Erinnerst du dich, wie du als Kind vor einem Buch gesessen bist? Die Buchstaben waren sinnlose Striche. Aber du hast nicht gedacht: „Ich bin zu dumm zum Lesen.“ Du hast angefangen, die Buchstaben zu lernen und damit lesen zu können.

Genau das machen wir mit Finanzen. Sobald du verstehst, was z.B. ein ETF wirklich ist (nämlich nur ein Korb voll mit Firmenanteilen), verliert der Begriff seinen Schrecken.

Experten-Hebel: Warum wir erst die Psychologie brauchen und dann die Excel-Tabelle

Viele Finanzratgeber werfen dir sofort Tabellen und Rechner hin. Ich sage: Stopp! Als Lehrerin für Rechnungswesen weiß ich, dass eine Excel-Tabelle nichts nützt, wenn du beim Öffnen der Datei Herzrasen bekommst.

Wir müssen erst an deiner Einstellung zu Geld arbeiten. Warum?

  1. Geld ist Selbstbewusstsein: Nur wenn du weißt, was du tust, kannst du dich auf Augenhöhe fühlen.
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  2. Geld ist Freiheit: Wenn du verstehst, wie Geld für dich arbeitet (Zinseszins!), hörst du auf, nur für Geld zu arbeiten.
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  3. Geld ist keine Männersache: Die Geschichte, dass Frauen „emotionaler“ und Männer „rationaler“ mit Geld umgehen, ist ein Märchen, das uns klein halten soll.

Storytelling: Die Frau, die auf den Tisch haute

Ich erinnere mich an eine Teilnehmerin, die zu mir kam und fast weinte vor Überforderung. Sie hatte kurz zuvor ein kompliziertes Finanzprodukt bei ihrer Bank unterschrieben, das sie eigentlich gar nicht verstand.

Dazu muss man wissen, dass es sich dabei um eine sog. Indexrente handelte. Ein Produkt, vor dem Finanztest ausdrücklich warnt, weil es so nachteilig für die Anleger:innen ist.

Nach nur wenigen Wochen im Kurs begriff sie plötzlich die Gebührenstruktur und die mickrige Renditeentwicklung ihres Vertrages. Das Wissen gab ihr eine Kraft, die sie vorher nicht kannte. Sie ging zurück zur Bank, legte die Fakten auf den Tisch und ließ sich nicht mit Fachbegriffen abspeisen.

Das Ende der Geschichte: Sie hat erreicht, dass der Vertrag rückgängig gemacht wurde. Das hätte sie sich nie getraut, wenn sie nicht die „Vokabeln“ der Finanzen gelernt hätte. Heute managt sie ihr eigenes Depot und hat keine Angst mehr vor Bankterminen.

Deine 3-Säulen-Strategie zum finanziellen Selbstvertrauen

  1. Akzeptanz statt Scham: Erkenne an, dass du es bisher nicht gelernt hast. Das ist nicht dein Versagen – es wurde dir nie beigebracht.
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  2. Vokabeln lernen: Fang klein an. Was ist eine Rendite? Was macht eine Versicherung wirklich? Verstehe die Begriffe, bevor du etwas unterschreibst.
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  3. Umgebe dich mit Gleichgesinnten: Suche dir eine Gemeinschaft von Frauen, die im selben Boot sitzen. Zu sehen, dass andere die gleichen Fragen haben, löst die Scham sofort auf.

FAQ: Psychologie & Finanzen

Warum fällt es Frauen oft schwerer, über Geld zu sprechen?

Das ist gesellschaftliche Konditionierung. Über Jahrzehnte war Geld in Frauenhand rechtlich eingeschränkt (bis 1958 durften Ehemänner das Arbeitsverhältnis ihrer Frau kündigen!). Diese alten Muster sitzen tief in unserem kollektiven Gedächtnis.

Ist es nicht riskant, jetzt noch anzufangen?

Das größte Risiko ist, nichts zu tun. Wenn du anfängst, die Sprache der Finanzen zu lernen, minimierst du dein Risiko, weil du nicht mehr blind vertrauen musst, sondern selbst entscheiden kannst.

Wie löse ich meine Geld-Blockaden?

Indem du dich informierst und handelst. Selbstwirksamkeit ist das beste Mittel gegen Angst. Der erste Klick auf ein Depot-Konto ist oft der größte psychologische Durchbruch.


Dein Aufbruch im März: Zeit für dein finanzielles Frühlingserwachen

Spätestens rund um den Equal Pay Day und den Weltfrauentag im März wird uns immer wieder bewusst, wie abgehängt Frauen in Sachen Finanzen immer noch sind. Es gibt keinen besseren Zeitpunkt, um dein finanzielles Leben auf neue Füße zu stellen.

Lass uns die Zeit des Wartens beenden. Du musst nicht alles wissen, um anzufangen. Aber du musst anfangen, um alles wissen zu können.

Die Frauenfinanzschule startet wie immer im März. Dort lernen wir gemeinsam die Vokabeln, lösen die alten Glaubenssätze auf und versetzen dich in die Lage, alles rund um deine Finanzen selbst in die Hand zu nehmen. Du wirst nicht nur reicher an Wissen, sondern auch reicher an Selbstbewusstsein.

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Deine Alexandra Graßler – Mentorin für Frauen, die ihre Zukunft selbst gestalten.